Zu alt – zu jung?

Ein Höchstalter zum Erlernen des Dudelsackspiels gibt es nicht – ein Mindestalter dagegen schon. Man sagt, dass man das Spielen auf dem Dudelsack nicht unter 10 Jahren erlernen sollte. Sehr wohl kann aber bereits früher mit dem Spiel auf dem Practice Chanter begonnen werden. Hierzu gibt es für kleine Hände spezielle Kinder-Practice Chanter.

Die Kraft, um einen Dudelsack zu spielen, muss erst einmal vorhanden sein, auch wenn es auch hier für Kinder kleinere Bags und kleinere Chanter gibt. Sehr sinnvoll ist es daher, wenn das Kind früher mit dem Lernen beginnen möchte, auf einer Goose (= Bag mit Practicechanter ohne Drones), auf einer Kitchenpipe (= Übungspipe mit wenig Luftverbrauch und einem Practice Chanter als Spielpfeife), auf einer Wee Pipe (= Kinderpipe) oder einer Smallpipe seine ersten Gehversuche macht. Durch diese Instrumente, die durch die Bank weg sehr wenig Luft verbrauchen, wird das Gefühl für die Haltung eines Dudelsacks und für das Drücken und das Pusten schon ausgebildet.

Ein Höchstalter gibt es nicht, da man nie zu alt ist, um Dudelsackspielen zu erlernen. Ein Erwachsener kann genauso gut und schnell lernen wie ein Kind. Es kommt allerdings auch immer daraauf an, welche musikalischen Vorkenntnisse er hat, inwieweit er talentiert ist und wieviel er pro Tag übt. Das gilt aber auch für ein Kind.

Viele Dudelsackspieler, die in jungen Jahren angefangen haben, sind heute in der Profiliga (Grade 1). Sicher könnte auch jemand diesen Grad erreichen, der erst als Erwachsener beginnt, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit kaum gegeben, dass ein 40jähriger Piper noch 50 Jahre spielt. Bei einem 10jährigen Piper ist die Wahrscheinlichkeit eher gegeben, da die Lebenserwartung noch lang genug ist.

Vorteile des Lernens als junger Mensch Nachteile des Lernens als junger Mensch Vorteile des Lernens als älterer Mensch Nachteile des Lernens als älterer Mensch
Die Lebenserwartung reicht aus, um in obere Ligen aufzusteigen. Häufig wird nicht ernsthaft genug an die Sache herangegangen, Jugendliche haben
noch mehr Flausen im Kopf.
Erwachsene gehen ernsthafter an die Sache heran – sie wissen, worauf es ankommt. Durch Beruf und Familie verbleibt häufig weniger Zeit zum Üben
Die Lebenserwartung reicht für den Aufstieg in Profiligen häufig nicht aus.

Zusammenfassend sei zu sagen, das ältere Menschen mit gleichem Talent, gleicher Übungsintensität und gleicher körperlicher Gesundheit dem jungen Menschen in keinster Weise unterlegen sind und genauso schnell lernen können wie der Jugendliche. Häufig glauben ältere Menschen, sie könnten es nicht mehr, sehen aber nicht, dass sie wesentlich weniger Zeit zum üben verwenden können als der Jugendliche.

Zu dem Thema ist eine Erhebung anhand von Fallbeispielen geplant.-

7 Gedanken zu „Zu alt – zu jung?“

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  3. Ich habe jetzt im April mit 48 Jahren angefangen zu lernen. Für die Beweglichkeit der Finger muss ich, denke ich, eine Menge mehr tun, als so mancher 15 Jähriger. Auch bin ich natürlich aus dem Lernprozess (Einprägen eines Tunes zB.) raus und muss mir diese Fähigkeit neu erarbeiten.

    Bestes Beispiel hierfür ist der Wochenworkshop in Brüggen, wo ich auch war. Tamas hat mit uns ein Tune einstudieren wollen, was aber nicht so geklappt hat – jedenfalls bei mir. Bei unseren youngstern in der Gruppe (11 und 14 Jahre) ging das ratz fatz – klar, die sind im Training. Ich hatte auch z.B. schwierigkeiten mit dem Mitspielen, der einzelnen Takte, da ich noch nicht so weit bin, das richtig im Takt wieder geben zu können. Aber auch daran arbeite ich.
    Ich habe mich nun nach dem Workshop hin gesetzt und das Tune zuhause noch einmal einstudiert, nach meiner Methode. Es ging langsamer, aber es ging auch.
    Jetzt fehlt nur noch der richtige Takt dazu. :-)

  4. Du wirst auch als 48jähriger Beginner noch ein brauchbarer Piper werden können. Wichtig dabei ist:
    - einen guten Lehrer zu haben
    - Motivation
    - tägliche Übungszeit

    Wenn Du es willst, eine gute Anleitung hast, das umsetzt, was der Lehrer Dir sagt, regelmäßig Zeit zum Üben hast, Dir sehr viel Pipemusik anhörst, um das Gefühl für die schottische Musik zu bekommen, Workshops besuchst, nicht verzweifelst, wenn etwas einfach nicht klappen will, sondern Du Dir sagst “nun gerade” und dann die Stelle 150mal langsam übst, bis sie endlich sitzt….. all das sind Voraussetzungen, ein guter Piper zu werden und das ist keine Frage des Alters.
    Je mehr Du kannst, desto mehr willst Du und desto mehr Spaß macht es auch.

    Das Metronom hast Du ja nun. Wenn Du danach übst, geht Dir das Takthalten irgendwann in Fleisch und Blut über. :-)

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